Russland gewinnt das Teamduell vor Großbritannien, Bronze für die Ukraine | GYMmedia.de

24. Mai 2014  
Sofia, Bulgaria  
Turn-EM, Männer

Russland gewinnt das Teamduell vor Großbritannien, Bronze für die Ukraine

Bereits nach dem 2. Gerät hatte RUSSLAND die Führung im Team-Finale der Männer übernommen, steigerte sich außer an Pferd und Sprung an vier Geräten erheblich und gab die Führung bis zum Ende nicht mehr ab. Nach Volos 2006 und Lausanne 2008 erkämpfen sich die Russen damit zum 3. Mal die Mannschaftsgoldmedaille.
Mit 267,959 Punkten wehrten sie die Angriffe GROSSBRITANNIENS ab, die besonders am Boden, am Pferd und am Reck gegenhielten, am Ende jedoch mit 265,953 eine ziemlich deutliche Differenz von -2 Punkten hinnehmen mussten.
Dahinter tobte ein heißer Kampf um die begehrte Bronzemedaille, die letzlich doch der Vorkampfdritte UKRAINE mit 262,087 Punkten für sich entscheiden konnte und damit seit 2006 erstmals eine Medaille gewann.

Die GYMmedia-EM-Berichterstattung wird unterstützt von SPIETH Gymnastics

* 36. TURN-EM der Männer 2014
      - Sofia (BUL), Armeec-Arena -
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* Samstag, 24. Mai
* VERLAUF des TEAM-FINALE
  Die Finalisten: GBR - RUS - UKR - BLR - FRA - NED - GER - ROU
     >> S t a r t l i s t e 
    ... Weißrussland begann mit Deutschland am Boden; die Russen mit Rumänien am Pferd
      ... Großbritannien mit der Ukraine an den Ringen, und Niederlande mit Frankreich am Sprung

Mit Spannung war die erste Entscheidung der 36. Turn-EM  der Männer 2014 erwartet worden:
Während im Titelkampf alles nach einem Duell zwischen Großbritannien und Russland aussah - beide Nationen waren bereits schon zweimal Team-Europameister, die Britenwaren auch die Titelverteidiger - sah der Kampf dahinter um einen Medaillenplatz doch ziemlich offen aus: Ukraine, Weißrussland und Frankreich trennten in der Qualifikationsrunde nur weniger als -1,5 Punkte. Da es beim Final-Modus (3 Turner am Gerät/ 3 Turner in die Wertung) auf jede Übung ankam, musste die Tagesform entscheidenn.
Dies galt auch für das Turnteam Deutschland, das heute den Rang 7 vergessen machen wollte, schließlich war man 2010 in Birmingham vor Großbritannien (allerdings ohne Russland, das wegen eines Vulkanausbruchs damals nicht anreisen konnte) schon einmal Champion, fiel aber 2012 auf Rang sechs zurück. Interessant dürfte auch das Auftreten der Niederlande sein, die erstmals das Achter-Finalfeld einer europäischen Mannschaftsentscheidung erreichten und zur Qualifikation sogar vor Deutschland auf Rang 6 rangierten ...
Die Holländer absolvierte auch den Sprung als Startgerät ziemlich clever, gingen sogar nach dem ersten Durchgang in Führung, hatten dann aber, insbesondere durch schwächere Pferd- und Barrendurchgänge - trotz eines wiedrum glänzenden Reckauftritts ihres Stars Epke Zonderland (15.633 und beste Nation) nicht mehr mithalten.

Dafür war allerdings das deutsche Team höchst motiviert,
* ... hatte mit Sebastian Krimmer (14.100), Andreas Bretschneider (13.700, Sturz nach Dreifach-Schraube) aber einer Topübung von Fabian Hambüchen einen besseren Start hingelegt (5.-beste Nation) und allein hier schon 2 Punkte gegenüber der Qualifikation aufgeholt.
* Toba, Hambüchen und Sebastian Krimmer mit Bestwert (14,433) turnten dann auch sicher am Pferd im Erwartungsbereich.
Nach Toba und Hambüchen turnt Marcel Nguyen an den Ringen den Spitzenwert der Mannschaft von 15.000 - und trotzdem lagen nach Halbzeit die Deutschen noch auf Rang 6. 
* Dann steht Marcel Nguyen seine Roché (14.800), Andreas Toba seinen 1,5-Kasamatsu (14,71) und Fabian Hambüchen seinen 2,5-Jurtschenko - Deutschland plötzlich mit bestem Sprungwert...?! Platz 4... na, so'was!
* Nach Krimmers 14,100 Punkten am Barren - trotz zweier 15'er-Wertungen von Bretschneider und Nguyen nur 7.-bester Gerätewert und auch ein Patzer am Reck (Krimmer-Sturz nach Tkatschow-Grätsche) waren dann aber insgesamt zwei grobe Fehler in der Summe zuviel, um tatsächlich noch das kleine Bronzewunder zu schaffen. Dafür fehlten eben ziemlich erhebliche  -2,367 Punkte.
Was aber heute auch sichtbar wurde: Das Spitzenduo im Titelkampf, Russland und Großbritannien, unterschied sich - pardon - "vom Rest" der Europäischen Turnnationen - allein schon durch ihre Inhalte, also das Substantielle ihrer Übung, wie auch durch dessen technische Präsentation (erkennbare, hohe Standards der technischen Grundausbildung ihrer Athleten), auch wenn dabei Instabilitäten nicht auszuschließen sind. Das sollte insbesondere jenen Ländern zu denken geben, die auch künftig sich Medaillenansprüche als Ziele stellen wollen ...!

Da waren zwar auch die Briten heute nicht ganz makellos, machten ihre individuellen Fehler an den Ringen, am Sprung und am Barren, glänzten dafür mit einem glänzend aufgelegten Max Whitlock am Pferd (16,200 (7.4 !!), unterlagen am Boden nur den dort dominierenden Russen (Denis Abljasin: 15,833 (7.1) und an den Ringen, wo die Russen mit Superübungen +2,5 Punkte gegenüber den Briten gutmachten und somit ihren dritten Mannschaftserfolg sicherten - den geplanten dritten der Briten aber verhinderten, die sich heute mit Silber, vor der Ukraine, begnügen mussten
* ERGEBNISSE:
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