Chinesischer Trampolinsieg der Männer durch DONG Dong | GYMmedia.de

03. August 2012  
Olympiastadt LONDON  
Trampolinturnen

Chinesischer Trampolinsieg der Männer durch DONG Dong

Das vierte Olympiafinale im Trampolinspringen der Männer seit Aufnahme ins Olympische Programm wird nach spannendem Verlauf -  wie vor vier Jahren - erneut von einem Chinesen gewonnen:
Aber nicht der Sieger von Peking, LU, Chenlong, setzte sich durch, sondern der Dritte von 2008 und Vize-Weltmeister von Birmingham 2011, DONG, Dong, der mit traumhafter Note und der schwierigsten Übung (17.8) der Konkurrenz mit der Gesamtpunktzahl von 62,990 Punkten endlich auch Olympiagold holt!

In die asiatische Phalanx aber mischte sich der Russe Dmitri USCHAKOW (61,769) ein, der mit der besseren E-Note den Olympiasieger von 2008, LU, Chenlong (CHN; 61,319) auf den Bronzerang verwies und nach WM Bronze 2009 seinen bisher größten Erfolg erzielte.
Auf den Plätzen 4 und 5 blieben die Asiaten Masaki Ito und Yasuhiro Ueyama (beide Japan) medaillenlos.
Nur um 0,05 Punkte hatte der Deutsche Henrik STEHLIK das Finale als Neunter verpasst!!

4. ITO, Masaki (JPN) = 60,985
 ... einen Tick besser als sein Landsmann

5.
UEYAMA, Yasuhiro (JPN) - = 60,240
... mit asiatischer Eleganz, bislang höchste E-Note, war einmal gefährlich dicht am Seitenrand


6. FEDORENKO, Nikita (RUS) = 59,105
 ... zieht sein Programm hochkonzentriert durch, 4x 3-fach-Salti am Anfang !!; bleibt relativ konsequent in der Mattenmitte!
7. PENNES, Gregoire (FRA) = 58,805
 ...  auch ohne Fehler, aber geringere Höhe als die Favoriten


8. BURNETT, Jason (CAN) = 6,715
... der Silbermedaillengewinner von 2008 scheitert beim schon beim 2. Sprung ..

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Detaillierte Resultate

* Ein erstes Fazit:
Sehr zweifelhaft erscheint die überstürzte Einführung der Flugzeit
als dritter Wertungsfaktor schon bei diesen Olympischen Spielen!
Zwar wird dieser neue Wertungsbereich "objektiv ermittelt", es bestand jedoch (zumindet in der Kürze der Zeit) viel zu geringe Anpassungsmöglichkeit durch längerfristig wirkende Trainingsprozesse.

So ist die Frage zu stellen, ob dies nicht zu athletischer Überforderung (bis hin zu gesundheitlichem Risiko!) führt, wenn man defacto dazu angehalten wird, für ein sportliches Resultat die Sprünge in atemberaubende Höhen zu treiben...?!  ... ob man diese Höhen beherrscht oder nicht! Natürlich ist und bleibt der Faktor Flughöhe (resp. Flugzeit) ein auch sichtbares Leistungsmerkmal, aber als direkter Summand für's Wertungsprotokoll...?

... war das der Grund dafür, dass die Zahl der Abbrüche bei den immerhin weltbesten 16 Athleten noch nie so hoch, wie diesmal war?

Was ist, wenn die weltbesten Trampolingeräte immer größere Höhen ermöglichen (- denn auch hier gibt es in der Praxis gravierende Unterschiede (siehe WM 2010) und auch ständige Materialverbesserungen.
Lässt man die Athleten dann immer höher fliegen...?
Führt man dann Flugrekorde oder Höhenrekorde ein...?
... dann müsste man auch die Gerätkonstukteure mit auf's Podest stellen, was offensichtlich absurd wäre!!)
Hier gibt es sicher dringenden Diskussionsbedarf!

Was aber ebenso Fakt ist:
Trainer und Athleten sind dringend dazu angehalten, stärker den athletischen (konditionell wie koordinativ) Voraussetzungscharakter leistungssportlichen Trainings zu verbessern.
Dafür müssen aber auch die logistischen, personellen und finaziellen Strukturen geschaffen werden. Das wiederum ist der Job der Verbände!
- ehe -