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*1936 - +2016 |
Egle Abruzzini, die Legende der rhythmischen Sportgymnastik und des internationalen Sports, ist verstorben. Geboren am 1. März 1936 verstarb sie nun im Alter von 90 Jahren am Ende ihres Geburtsmonats. Die rhythmische Gymnastik prägte den beruflichen Werdegang von Professorin Egle Abruzzini, und sie wiederum formte sie zu der olympischen Disziplin, die heute von Millionen Menschen geliebt wird.
Egle Abruzzini war von 1984 bis 2008 Vorsitzende des Technischen Komitees des Internationalen Turnverbandes. Sie wurde zu einer der Schlüsselfiguren der rhythmischen Sportgymnastik. Dank der langjährigen Arbeit der italienischen Expertin hat dieser Sport unglaubliche Fortschritte gemacht. Die Darbietungen der Turnerinnen wurden intensiver und technisch komplexer – gerade während ihrer Amtszeit auf der internationalen Bühne stieg die Zahl der schwierigen und charakteristischen Elemente.
Als frühe Absolventin des Höheren Instituts für Leibeserziehung in Rom zog Abruzzini 1961 von Rom nach Urbino, um dort Gymnastik und Tanz zu unterrichten. Zwei Jahre später fanden die ersten Weltmeisterschaften in rhythmischer Gymnastik statt. Im Laufe der 1960'er Jahre faszinierte der sich noch in der Entwicklung befindliche Sport Abruzzini, und ihr Interesse und ihr Engagement wuchsen, bis sie schließlich als interne Expertin für rhythmische Gymnastik den italienischen Turnverband leitete.
Es dauerte nicht lange, bis ihr Talent und ihr Tatendrang sie in den internationalen Verband beförderten, wo die rhythmische Gymnastik bereits Fuß gefasst hatte. In den folgenden Jahren widmete sie ihre beträchtliche Energie der Organisation von Lehrakademien, der Ausbildung von Kampfrichtern und der Übernahme einer tragenden Rolle in den Ausschüssen, die die Geräte und Wettkampfregeln entwickelten.

Egle ABRUZZINI (ITA; middle) als olympische Hauptkampfrichterin (Peking 2008) mit
den internationalen Jurorinnen Birgit Guhr (GER; links) und Gilberte Gianadda (SUI)
.
1980 wurde Abruzzini in das Technische Komitee für Rhythmische Gymnastik des damaligen Internationalen Turnverbands gewählt, mit dem Auftrag, den Sport zu den Olympischen Spielen zu bringen. Vier Jahre später feierte die rhythmische Sportgymnastik ihr Debüt bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Abruzzini ging aus den Spielen als Präsidentin des Technischen Komitees hervor, eine Position, die sie für das nächste Vierteljahrhundert innehaben sollte.
Während unter ihrer Leitung die rhythmische Gymnastik im Laufe von sieben Olympischen Spielen spektakuläre Erfolge feierte, änderte sich Abruzzini selbst kaum. Innerhalb des Sports setzte sie sich dafür ein, solide Grundlagen zu vermitteln und den Körper nicht zu überlasten. Mit ihrem kurzen Haarschnitt, ihrem breiten Lächeln und einem freundlichen Wort für jeden, den sie traf, war sie bis zum Ende ihres Lebens bei ihren Kollegen sehr beliebt.
Ihre letzten öffentlichen Worte, die sie kurz vor ihrem Tod Ende März auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, waren voller charakteristischer Begeisterung und Anmut. Abruzzini wurde von ihrem Ehemann, dem Philosophen Livio Sichirollo, in den Tod vorausgegangen; sie hinterlässt eine Tochter, Silvia, und einen Sohn, Roberto.
* Quelle: World Gymnastics
* Mehr dazu unter ► www.gymmedia.com sowie
unter ► "IN STILLEM GEDENKEN"