02. Januar 2013  
Ostfildern / Oybin  
Gerätturnen

LEON*-Chefredakteur Andreas Götze wird 60 !

Einer stillen Sehnsucht folgend, feiert der seit zwei Jahrzehnten bei Stuttgart ansässige und dort tätige Ex-Berliner Sportjournalist Andreas GÖTZE nicht in seiner Wahlheimat seinen heutigen 60. Geburtstag, sondern in seinem Geburtsort Oybin. Viel verbindet ihn noch immer mit seiner alten Heimat am Fuße des Berges Oybin, im Talkessel des Zittauer Gebirges, wo der Ex-Turner und spätere diplomierte Sportjournalist am liebsten den künftigen Teil seines Lebens verbringen möchte. Andreas Götze - einst in der DDR Leistungssportler und u. a. Deutscher Meister am Pauschenpferd (1971), gilt als ausgewiesener Experte des Turnens und zudem als stilvoller, exzellenter Schreiber, Buchautor, konsequenter Anwender, Benutzer und Verteidiger der deutschen Sprache. In Fortsetzung von OTA ("Olympisches Turnen Aktuell") verantwortet er seit 2000 als Herausgeber und Chefredakteur das führende deutsche "Turn-Fachmagazin "LEON*, das eben mit seiner 75. Ausgabe erschien ...

Trainingsgruppe Günter Klausch (li) in Zittau vor über 47 Jahren
Andreas Götze: Zweiter von rechts

Andreas Götze: beim ASK Potsdam: Eigentlich sollte 1972 die Karriere erst richtig losgehen ...!

Während Magyar bereits 1972 die Olympischen Spiele von München miterlebte - wenn auch dort noch relativ erfolglos - blieb dies Andreas Götze verwehrt:
Er trainierte zwar mit seinem Trainer Heiner Neumann bereits Elemente, mit denen Magyar später erst in die Turngeschichte eingehen sollte...:

* Trainingsbilder, Andreas Götze, Potsdam 1971:

(C) gym-tube.de (001)

Deutscher Pferdmeister 1971, Klaus Köste gratuliert ...!

Natürlich wurde dann mit der politischen Wende auch für die Götzes alles anders: Nach dem Mauerfall ging sein Verlag in private Hände. Im Journalismus brachen radikal andere Zeiten an. Plötzlich war nicht mehr die fachlich-freundschaftliche Begleitung des Sportgeschehens gefragt, sondern Skandale und Doping-Vergangenheiten. „Man versuchte, überall die alte Wäsche herauszuziehen“, erinnert sich Götze. „Das war eigentlich nicht mein Ding.“
Als in dieser Zeit, Ende 1992, das Angebot aus Stuttgart kam, für den Schwäbischen Turnerbund zu arbeiten, zögerte Götze nicht lange. „Eine gute Entscheidung. Ich habe es nie bereut“, wie er im Rückblick meint.
Ein dreiviertel Jahr später kam seine Familie nach. Auch sie fasste schnell Fuß in der neuen Heimat. „Die ersten Wochen dachte ich, ich sei in Urlaub hier“, beschrieb er gegenüber der Presse seine damalige Gemütslage.

... aktuellste LEON-Ausgabe: die 75 !

Auch als Buchautor hat sich Andreas Götze einen Namen gemacht:
Längst vergriffen aber in Antiquariaten vielgesucht ist die DDR-Edition "Flickflack - Weltbühne des Turnens" (Sportverlag, 1986), das er gemeinsam mit dem früheren Sportjournalisten und Kenner der Turnszene Hans-Jürgen Zeume herausgab.
Zur Zeit der politischen Wende erstelle Andreas Götze mit dem damaligen ZDF-Turn-Kommentator und früheren Turn-Trainer Eckhard Herholz die erste gesamtdeutsche Turnstatistik unter dem Titel "Das Turnjahrhundert der Deutschen", die von 1896 an alle Daten, Fakten, Personen und Erfolge des deutschen Kunstturnens Ost und West bei Olympia, WM, EM und Deutschen Meisterschaften zusammen erfasste, und damit bis heute eine wichtige (und einzige !) Dokumentation der bis dato getrennten Deutschen beim Sich-Wieder-Kennen-Lernen war und ist.
Götze und Jürgen Uhr als Autoren und Eberhard Gienger als Herausgeber publizierten "MONDSALTO - Die großen Erfinder", welches im Eigenverlag "gymbooks" pünktlich zur Eröffung der Weltmeisterschaften in 1994 Dortmund erschien.
Und noch heute gefragt ist der prächtige und zeitlose Bildband "FASZINATION TURNEN" - The Beauty of Gymnastics" - ebenfalls von Andreas Götze und Michael Weber, welcher mehr ist, als nur eine Dokumentation über die 40. Turn-Weltmeisterschaften 2007 in Stuttgart, sondern eine Liebeserklärung an das Turnen an sich.
(* ... siehe >gymbooks)
Es ist ein großer Gewinn, solch einen fairen Kollegen, mit stets menschlichen Zügen, als seinen Freund haben zu dürfen, der zudem im journalistischen Alltag Redlichkeit, umfassende Recherche und die Verpflichtung zur Wahrheit als oberste Prinzipien, und der in der Ethik der journalistischen Berichterstattung ein hohes, stets neu zu schützendes Gut sieht.
Und das ist wohl ein Gewinn in einer Zeit, in der im Journalismus eine gefährliche Mischung aus Hysterie und Katastrophismus herrscht und wo auch in der Sportberichterstattung durch Kommerzialisierung zunehmend oft der Boulevard die Stoffe diktiert.
GYMmedia- und LEON*-Leser gratulieren diesem Manne herzlich!

(C) GYMmedia / Eckhard Herholz