06. November 2017  
Cottbus, GER  
Gerätturnen

32. Cottbuser Turner-Memorial 2017

Knapp drei Monate nach dem Freyburger Jahn- Gedenkturnen traf sich die deutsche Turnfamilie des Breitensports traditionell zur bereits 32. Auflage des Cottbuser Turner- Memorials 2017, gleich neben der Lausitz- Arena.
→ Grundidee dieses Wettkampf ist das jährliche, ehrende Gedenken an verstorbene Turnerinnen und Turner bzw. Turntrainer, Übungsleiter oder/und Funktionäre vom TV Cottbus 1861 e.V., unter der Leitung von Dr. Susanne Söllenböhmer und einem engagierten Team von Verantwortlichen für Finanzen, Technik, Kampfrichter sowie zahlreichen Helfern, das dieses Ereignis mit viel Herzblut vorbereitet und ausrichtet.
→ Urkunden und Wanderpokale werden an die Besten in ihrer Alters- und Leistungsklasse. vergeben. Besonderheit dieser Pokalvergabe ist, dass es sich um Wanderpokale handelt, welche in der Vergangenheit von den teilnehmenden Vereinen zur Ehrung verstorbener Vereinsmitglieder gestiftet wurden. Und alle Vereine bleiben aufgerufen, diese Tradition der Pokalstiftung fortzusetzen ...

Cottbuser Seriensieger vom USC Leipzig: Werner Reutter


Cornelia Erbe, Maria Schieck

* Bei den Männern durfte sich zum wiederholten Male Rolf Schniz Jahrgang 1935) vom VfL 06 Saalfeld e.V. über die Ehrung freuen.
Wettkampf- Jubiläen wurden im Zuge der Wettkampferöffnung ebenfalls gewürdigt:
Ute Fischer vom "TuS Klingental 1990" e.V. konnte in ihrem Wettkampfbuch bereits die 200. Wettkampfteilnahme eintragen lassen;
bei Karl Bauer von der TSG Jena war es die 111. Wettkampfauftritt! .

* Für den Turnverein, welcher die späteste Wettkampfmeldung einreicht, gibt es jedes Jahr – sehr zur allgemeinen Erheiterung der Wettkämpfer – die „rote Laterne“ (ebenfalls als Wanderpokal). In diesem Jahr bekam sie der TSV 1861 Peitz.

Das "vergessene Turnelement": Müllerkehre und Balkenrolle
Eine turnerische Traditionspflege der besonderen Art steht jeweils am Ende des ersten Wettkampfdurchgangs an, damit auch die jüngeren Aktiven Vergessenes oder Besonderes an die jüngere Generation des zweiten Wettkampf-Durchgangs weitergegeben werden kann und/oder sie sich an der Präsentation beteiligen können. In der Wettkampfausschreibung wird (manchmal für Frauen und Männer separat) ein besonderes oder fast vergessenes Turnelement vorgestellt. Die Wettkämpfer haben - unabhängig vom eigentlichen Wettkampf - die Möglichkeit, ihre turnerische Fähigkeit bei der Vorführung des jeweiligen Elementes unter Beweis zu stellen.
Für eine erfolgreiche Darbietung wird ein extra „Diplom“ verliehen. Das Publikum ist bei der Entscheidung, ob es eine erfolgreiche Darbietung war, stets mitspracheberechtigt.
Für 2017 wurde für die Frauen das Demonstrieren der so genannten „Müller- Kehre“ am Parallelbarren, für die Männer die Ausführung einer Rolle vorwärts auf dem Schwebebalken ausgeschrieben. Fünf Frauen und 7 Männer stellten sich der Herausforderung.


Allerdings war die Erfolgsquote der Frauen mit fünf gültigen „Müller- Kehren“ deutlich besser als die der Männer. Hier gelang nur zwei der angetretenen sieben Kandidaten, das geforderte Element auf dem Balken in den Stand zu bringen - ein Riesen- Spaß für alle Anwesenden!
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Norbert Findeisen aus Meißen

• Sonderpokal: Die "Gurke des Tages"
Wer da war, weiß, was damit gemeint ist: Im Rahmen der Siegerehrung wurde durch die Organisatoren eine neue Art der Ehrung eingeführt, die für reichlich Heiterkeit sorgte. „Die Gurke des Wettkampfes“ wird künftig jedes Jahr an eine/n Wettkämpfer/in vergeben, welche ein Element im Wettkampf besonders „spektakulär verturnt“ hat. Die erste „Gurke des Wettkampfes“ ging 2017 an Volkmar Gütersloh vom USV TU Dresden, welcher die „Müller -Kehre“ in seiner Wettkampfübung in „besonderer Ausführung“ dargeboten haben musste ...
Am Abend fand – ebenfalls schon traditionell – der Turnerball statt. Zeit für Gespräche, reichlich Gelegenheit zum Tanzen und Feiern sowie abwechslungsreiche Unterhaltung mit einem Show-Programm ließen den Abend zu einem schönen Abschluss des XXXII. Turner- Memorials werden.
Danke an die Organisatoren, an alle fleißigen Helfer im Hintergrund sowie an die Kampfrichter und Betreuer!
Wir kommen sehr gerne wieder im nächsten Jahr!
„Das Geheimnis, mit allen Menschen in Frieden zu leben, besteht in der Kunst,
jeden seiner Individualität nach zu verstehen.“
  (Friedrich Ludwig Jahn)

** E R G E B N I S S E :
Frauen 1 Frauen 2;   Männer 1;   Männer 2

* Aus Cottbus berichtete in Text und Bild
   GYMmedia-Korrespondentin Sabine Branser (USC Leipzig)