01. Dezember 2018  
Deutschland  
Gerätturnen

50. Saison: 1. Turn-Bundesliga, Männer 2018

KTV Obere Lahn bezwingt Titelverteidiger Straubenhardt


Seit ihrem offiziellen Start im Jahre 1969 und mit dem damals zweiten Meistertitel durch TA Uni Köln setzten die Männer-Erstliga-Vereine der Deutschen Turnliga (DTL) ihre 50. Jubiläums-Saison. mit der Herbstsaison im September fort.
Erster Wettkampftag der 1. BUNDESLIGA der Männer war der 3. März 2018 - das Finale fand am 01. Dezember 2018 erneut in Ludwigsburg statt- die Herbstsaison mit ihren 3 Wettkampftagen wurde mit Wettkampf 7 am 17. November abgeschlossen.
Im Finale überraschte die KTV Obere Lahn den Titelverteidiger KTV Straubenhardt und holte sich mit der DTL-internen Score-Punktwertung erstmals den Deutschen Mannschaftsmeistertitel. Bronze ging klar an die TG Saar, Rekordmeister SC Cottbus wurde Vierter ...

1. DTL-BUNDESLIGA  M Ä N N E R  2018 -
    50.  DTL-JUBILÄUMS-SAISON



♦♦  F I N A L E  MHPArena Ludwigsburg, 01. Dezember



Nach der gelungenen Premiere 2016 und dem ausverkauften Finale 2017, fand das Finale der Deutschen Turnliga auch 2018 erneut in der Ludwigsburger MHPArena statt. Es standen sich Titelverteidiger  KTV Straubenhardt  und die KTV Obere Lahn gegenüber.
Nach der Hälfte der Geräte stand es relativ ausgeglichen und am Ende gewann die KTV Obere Lahn mit 2 Score-Punkten Vorsprung und holte sich damit - nach spezieller, interner DTL-Wertung - ihren ersten Meistertitel in der Ligageschichte.
Im Kampf um Platz 3 im sog. "kleinen Finale" war der 9-malige Rekordmeister SC Cottbus diesmal chancenlos und so holte sich die TG Saar verdient die Bronzemedaille, ... mit dem bemerkenswerten 48-jährigen "Oldy" Sergei Charkow in ihren Reihen ( - der 1988 in Seoul mal der mit 18 Jahren jüngste Olympiasieger war!! Chapeau!!).
Der Kampf um den Titel war extrem spannend, zumal Titelverteidiger Straubenhardt Boden, Pferd und Barren für sich entschied und auch nach offiziellen FIG-Wertungspunkten nach Halbzeit mit 156,20 : 156,00 Punkten nur mit einem Hauch führte ( - die sog. Scorepoints wiesen da zu diesem Zeitpunkt einen Gleichstand von 19 : 19 Punkten aus).
Folgendes Beispiel in diesem Finalkampf zeigt jedoch die Unsinnigkeit der Sorepoints:
♦ Straubenhard gewinnt Boden, holt +1,55 Punkten mehr als O. Lahn
  → und gewinnt nach Sorepoints 7 : 1, also +6 !
♦ Straubenhardt hat auch am Pferd  +1,1 Punkte mehr als O. Lahn
  → gewinnt nach Scorepoints aber nur  9 : 8, also nur +1 (?)
♦ Straubenhardt verliert an den Ringen - 2,45 Punkte an die O. Lahn,
   → und macht bei  3: 10  insg. - 7 Punkte Minus (??) - verzerrte Relationen!
Allein diese Beispiele zeigen die unerklärliche Willkürlichkeit der Punktvergabe, die absolut nicht mit der sportlichen Leistung korelliert, sondern Wertungsunterschiede  u n abhängig von substanzieller Leistung festlegt. Das ist einfach unsinnig, ja extrem unsportlich!

"Spaßgesellschaft" D T L ...?!!
Es ist eben deshalb nicht nur bloß kurios, wenn das sportlich bessere Team, die KTV Straubenhardt (- sowohl in der Summe höherer D-Wertungen, also Schwierigkeiten, und auch mit besserer technischer Qualität - den E-Werten) durch die Scorepoints bei einem nationalen Meisterschaftsfinale zum Zweitern deklariert ("umgerechnet") wird.
Denn ginge es nach echter, internationaler Turn-Bewertung, dann stünde es am Ende 321, 80 : 321,05 zu Gunsten der KTV Straubenhardt, die auch in der Summe die schwierigeren Übungsinhalte anbot (- was im Übrigen sogar noch spannender fürs Publikum gewesen wäre!).
Das Score-System aber kürt den Gegner zum Sieger ...?!  Spätestens hier hört der Spaß aber auf!
Die ganze Welt turnt nach den Wertungsbestimmungen des Weltturnverbandes, bei Olympia, WM, EM, Weltcups. Alle Medien richten sich danach aus.

Die globale Digitalisierung macht längst auch vor dem Sport nicht halt!
Selbst nicht vor der durch Subjektivismen geprägten Werteerfassung der technisch-kompositorischen Sportarten. FIG-Präsident Wartanabe forciert gerade den Einsatz der 3D-Lasertechnik schon bei der nächsten WM. Da erscheint das Festhalten der DTL an ihrem Scoresystem geradezu wie klippschulhafte, rot-blaue Punkte-Erfassung nach "russischer Rechenschieber" (Abakus)-Methode - einfach nur anachronistisch!


 ... mal sehen, wie lange sich die  DTL noch selbstverliebt eine solche "Spaß-Bewertung" für den internen, flüchtigen Wettkampfaugenblick leisten kann.

Selbst wenn man das ganze Wertungpalaver mal weglässt:
Fällt denn dabei niemandem auf, dass die Spitzenleistungen im DTL-Geschehen (fast) nur noch von den ausländischen Gaststartern erbracht werden ...? Obwohl nahezu alle deutschen Nationalturner über die verschiedenen Teams der Liga verstreut sind - unzureichende Inhalte, Techniken, Ausführungen der deutschen Athleten im Auswahlkaderbereich stimmen sehr bedenklich, was künftige Großereignisse angeht ...!!
Bloß, das dringt ja durch das Ballahoo des Scorepoint-Jubels nicht so sehr an die Oberfläche: Man feiert eben halt Top-Scorer und nicht jene, die sich um Inhalte und Techniken mit internationalem Anspruch mühen! Mal sehen, wer das überhaupt noch merkt.
Zunächst haben die "Erfinder der Scorepointregelung" selbst eine Denkpause einlegen müssen und nehmen nun hoffentlich neuerlichen Anlauf!
Und der Deutschen Turn-Liga sei dringend anzuraten, sich mit dem Begriff  ERSTKLASSIGKEIT ernsthaft auseinanderzusetzen, bei dem es keine Widersprüche zwischen internationalen Maßstäben und eigenen, nationalen Ansprüchen geben sollte!
(c) gymmedia / E. Herholz.


-  7. Wettkampftag  → 17. November 2018  (= letzter Saison-Wettkampftag)


* TG Saar (4)             - KTV Straubenhardt (1.)    310,70 : 307,25
* SC Cottbus (3)         - Siegerländer KV (5)       313,15 : 313,45
* KTV Obere Lahn (2) - KTT Heilbronn (7)           319,80 : 275,90   
*MTV Stuttgart (8) - TV Schwäb.Gmünd-Wetzgau (6) - 0:12 (kampflos für Wetzgau)

* Auch zum Saisonabschluss stellen wir dem interessierten Leser die Mannschaftspunkte nach "Code de Pointage" den Wertungspunkten u. der daraus resultierenden offizielle Tabelle nach dem Scorepunktsystem zum Vergleich gegenüber:

   >> TABELLENSTAND als pdf (Download, nach KORREKTUR!  besser lesbar!)

Das Leistungsbild der Saison sieht anders aus ...!
* Zur Erklärung der inoffiziellen FIG-Point-Tabelle 
(- nach Fehlerkorrektur!)
- FIG-Gesamtpunkte und Mittelwerte beschreiben eindeutig die substanziellen sportlichen Leistungen!
! Statt des Titelverteidigers KTV Straubenhardt stünde die TG Saar mit einer höheren sportlichen Gesamtleistung im großen Finale! (Das Team erzielte in Summe und  im Mittel der 7 Begegnungen die zweithöchsten Werte!!)
- Die Addition der Code de Pointage-Teampunkte zwänge jedes Team bei  j e d e m  Wettkampf um höchst-mögliche Bestbesetzung; so gesehen, hätte die KTV Straubenhardt zur Absicherung der Tabellenspitze auch die letzten beiden Wettkämpfe powern müssen. Den Zuschauern käme dies natürlich am ehesten zu Gute!
- Das Argument, dass das Scoresystem den Trainern zusätzlich (?) variable, taktische Mittel in die Hand gäbe, ist inhaltslos: dies ist bei Kenntnis der Leistung des jeweiligen Gegneres in jedem Falle möglich!
- Die Punktdifferenzen weisen zwischen den ersten 5 Mannschaften kaum wesentlich hohe Unterschiede aus, so dass man betreffs Spannungslage gegenüber dem Publikum keiner zusätzlichen Wertungsverzerrung in Form der Score-Points bedürfte. Viel wesentlicher wären die Vergleiche der im deutschen Ligasystem agierenden Athleten mit internationalen Vertretern der Zunft, zumal einige ihrer herausragenden Akteure ja ohnehin selbst vor Ort vertreten sind.
Statt der Score-Points sollten vielmehr deren offizielle Code-de-Pointage-Bewertung viel stärker in den Fokus öffentlicher Betrachtung gezogen werden, haben doch die Scorepoints nur eine Halbwertzeit von maximal einer Wettkampfdauer!
Und im Übrigen:
- Die Hallen deutscher und internationaler Kunstturnveranstaltungen werden vorwiegend vom "Theaterpublikum des Sports" gefüllt, und das ist keineswegs  "minderbemittelt", sondern anspruchsvoll und es erwartet, dass man ihm erklärt, wie Wertungen zustande kommen.
- Volle Ränge gibt's ebenfalls nur, wenn man sportliche Spitzenleistungen anbietet, wie uns die Hambüchen/Boy-Ära bewies.
Allein einer "Zauberwertung" wegen wird man sich auch künftig wohl nicht um die V.I.P.-Lounges des Kunstturnens reißen!
Der einzige Weg ist die Qualität & Attraktivität der sportlichen Leistung zu erhöhen! Alles andere ist wohl eher nur eine Illussion!
(c) gymmedia / -ehe
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-  5. Wettkampftag  → 08. September 2018  (Auftakt Herbstsaison):


KTV Straubenhardt (1) - TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau (4= 372,250 : 319,600
KTV Obere Lahn (4=)   - SC Cottbus (2)                                   321,900 : 314,450
MTV Stuttgart             - Siegerländer KV (3)                              306,850 : 303,350
TG Saar                     - KTT Heilbronn                                       318,300 : 287,000

Der 5. Wettkampftag erbrachte vier Heimsiege. Den wertvollsten Sieg fuhr Titelverteidiger Straubenhardt ein und steht weiterhin ungeschlagen an der Tabellenspitze.
Trotz der Niederlage bei der KTV Obere Lahn behaupten die Cottbuser noch Platz 2 vor Obere Lahn und vor Siegerländer KV (- nach DTL-Scorepoints).
Der unverwüstliche Oleg Wernjajew (UKR) trat nach Verletzungspause bei der TG Saar wieder an 4 Geräten an und war sofort wieder "Topscorer" des Tages, gemeinsam mit dem Russen Alexei Rostow (MTV Stuttgart).
Nach FIG-Wertung stellt sich nach 5 Wettkampftagen das folgende Leistungsbild dar:

Die Tabelle nach FIG-Wertung weist die KTV Straubenhardt mit 5 Siegen (rot) als Favoriten aus, obwohl ihm Obere Lahn und auch TG Saar im Mittel iher Auftritte dicht folgen, trotzdem die TG Saar nur zwei Siege bisher zu verzeichnen hatte, aber dennoch die dritthöchste Mannschaftswertung erzielte ...!! In der DTL-Scorepunktwertung rangieren die Saarländer dagegen noch auf Rang 5 ...!

*  Leider muss GYMmedia seine tagesaktuellen Berichte in diesem Jahr auf eine Kurz-Berichterstattung der Ergebnisse reduzieren, da auf Nachfrage auf unser mediales Kooperationsangebot seitens der DTL abschlägig reagiert wurde.
* Zudem konzentrieren wir uns auf die Darstellung der offiziell in dieser Sportart gültigen internationalen Werte, die lt. "Code de Pointage" des Weltturnverbandes (FIG) bei allen Großereignissen von vorrangigem medialen Interesse
(Olympia, WM, EM, World Cups ...) sind. Eine ausschließlich von der DTL praktizierte sog. Scorepoint-Bewertung ist ohnehin außerhalb von Wettkampfort - und -zeit ohne jegliche Vergleichbarkeit und spiegelt zudem nicht adäquat die sportliche Leistung wider!
 

 3. Wettkampftag - Männer,  31. März 2018


♦ (M) KTV Straubenhardt - Siegerländer KV                   319,900 : 307,500
♦       MTV Stuttgart           - KTV Obere Lahn                301,65* : 314,000
.                   )*  nach Korrektur der Stuttgarter Wertung! SORRY - Kopierfehler!
      TV Schwäb.Gmünd-Wetzgau - KTT Heilbronn (A)  322,950 : 293,800
     TG Saar                                  -  SC Cottbus          315,700 : 320,300
* Wertungen nach Code de Pointage

* TABELLE (- nach DTL-Scorepoints):
(1) KTV Straubenhardt;   (2) SC Cottbus); (3) KTV Obere Lahn; (4) Siegerländer KV
(5) TV Schwäb.Gmünd:  (6) TG Saar;       (7) KTT Heilbronn;       (8) MTV Stuttgart.


* Individuelle Spitzenleistungen des 3. Wettkampftages*
   (nach Code de Pointage (Top 10 bzw. Top 3 pro Gerät)
 1./3. Igor RADIWILOW (UKR/ SC Cottb.)  - (6.0) = 15,300  (RINGE);  (5.6)= 14,950 (Sprung)
 2. Manrique LARDUET (CUB/Siegerlän.KV)  - (5.9) = 15,050 (Barren)

      ►► Top Ten Scores: Click for big
 
* .. weitere starke Individualleistungen erbrachten folgende Athleten mit vollem Mehrkampf:
- TG Saar:   Daniil Kasatschkow - 83,100
- MTV Stuttgart: Artur Dalaloyan    - 81,700
- SC Cottbus: Leonhard Prügel   - 79,200
- TG Saar:      Waldemar Eichorn - 79,050
- KTT Heilbronn:        Carlo Hörr   - 78,450
                                 Fabian Geyer  - 76,050


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 1. DTL-Wettkampftag, Männer - 03. März 2018


♦      TG Saar   -  MTV Stuttgart                    323,250 : 301,450
♦ (M) KTV Straubenhardt - KTV Obere Lahn  324,250 : 317,500
♦    KTT Heilbronn - Siegerländer KV            296,400 : 302,250

♦ (A) TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau  -  SC Cottbus  311,200 : 315,450
   ( - nachgeholt am 30. Juni in Schwäbisch Gmünd)


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* R I C H T I G S T E L L U N G
Doch 50. Jubiläums-Saison der DTL, statt 51.!

... dazu schrieb uns Horst-Walter Eckhardt vom Siegerländer KV:

Es gibt eine vom 2009 verstorbenen Münchener Turnfreund Rupert Zürcher erstellte „Chronik“ der Deutschen Turnligen, die dieser vor seinem Tod Jürgen Uhr überlassen hat. Jürgen Uhr ist, wie ich selbst, Gründungsmitglied der SKV und war Turner in der Riege des TV Eichen, die sich in einem Qualifikationswettkampf am 1.12.1968 für die Bundesliga qualifiziert hat.

Der erste Bundesligawettkampftag fand somit am 22. Februar 1969 statt, u. a. trafen hier der TV Eichen und die TA Uni Köln (als Deutscher Mannschaftsmeister 1968) aufeinander. Die TA Uni Köln gewann auch die Bundesligameisterschaft 1969, während der TV Eichen sieglos wieder absteigen musste. Das alles ist sehr gut belegt durch Wettkampflisten, Presseberichte usw., u.a. einem Fernsehbeitrag im WDR über den ersten Wettkampf der Eichener in der Bundesliga.

Den Qualifikationswettkampf kann man nicht zur Saison 1969 hinzu rechnen – zum einen fand er 1968 statt, und es handelte sich um die Deutsche Vereinsmannschaftsmeisterschaft, deren Resultate dann für die Bestimmung der Mannschaften heran gezogen wurden, die die Startberechtigung für die Liga erhalten sollten.
Übrigens war bei diesem Wettkampf überhaupt noch nicht klar, wie viele Mannschaften der Liga angehören sollten, wie diese organisiert sein sollte, wie die Meisterschaft und der Abstieg geregelt werden sollten usw. Das ist alles erst zu Beginn des Jahres 1969 festgelegt worden, wie man aus den von Rupert Zürcher gesammelten Informationen ersehen kann.

→ Insofern ist die Saison 2018 tatsächlich die 50. Saison der Deutschen Turnliga, und nicht die 51.!
Allerdings müssen wir feststellen, dass hier auch die DTL in ihrer Außendarstellung irreführend ist, da sie in ihrer Seite „Chronik“ die Aufstellung der Meister mit dem Ergebnis des Qualifikationswettkampfes 1968 beginnen lässt.
Horst-Walter Eckhardt
- Siegerländer KV


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GYMmedia dankt für diese korrekte historische Richtigstellung und korrigiert seine Darstellung!
- die Redaktion