31. August 2017  
Hannover  
Gerätturnen

Personalie: Deutschlands erster Turn-Weltmeister nach der Wende wird 50!

Am letzten Tag des August 2017 vollendet der Wahl-Hannoveraner Ralf BÜCHNER sein 50. Lebensjahr.
Der olympische Silbermedaillengewinner von Seoul (1988) mit der DDR-Mannschaft, der nach der Wende vom ehemaligen Potsdamer Armeesportklub ASK mit Trainer Reinhard Rückriem zum TK Hannover gewechselt war,  wurde drei Jahre später, 1991 in Indianapolis, in einem dramatischen Reckfinale und mit eisernen Nerven erster Turn-Weltmeister nach der Wiedervereinigung. Ein Jahr zuvor (1990), unmittelbar vor dem Tag der Deutschen Einheit, stand er in der Münchener Olympiahalle im ersten wiedervereinten Sportteam der Deutschen Einheit (- Länderkampf gegen UdSSR und USA).
In Neuruppin geboren, 1978 an die Potsdamer Kinder-und Jugendsportschule gewechselt, reifte er dort zu einem Weltklassemann, der mit der letzten DDR-Riege in Seoul 1988 olympisches Silber gewann...

Drei Ex-Potsdamer Ur-Gesteine - der Jubilar in der Mitte:
Ex-Sprung-Weltmeister Jörg BEHREND (Stuttgart 1989);
Ex-Reck-Weltmeister Ralf BÜCNHER (1991, Indianapolis
Nationalmannschaftsturner Andreas FEIGEL


1990: ... letzter DDR-Medaillengewinner...

... zum ersten Gesamtdeutschen Weltmeister!I
In den schwierigen Nach-Wendezeiten der im Osten zusammenbrechenden Strukturen, folgten Büchner und sein langjähriger Potsdamer Trainer Reinhard Rückriem dem Angebot des Turnklubbs Hannover.
So konnte der stets anspruchsvolle Athlet ohne Abbruch sein Leistungniveau weiter ausbauen, und als zur WM der Japaner IKETANI im "Hoosher Dome" zu Indianapolis als Top-Favorit und vorletzter Turner im Reckfinale mit der Brust dramatisch auf die Stange knallte, behielt "Bummi"  Büchner eiskalt die Nerven und obwohl er sich zuvor die Seitenbänder im Fuß gerissen hatte, wurde als allerletzter Turner der Finalkonkurrenz Deutschlands erster gesamtdeutscher Reckweltmeister, gemeinsam mit dem Chinesen LI, Chunyang und noch vor der Turnlegende Witali Scherbo!

1999 in Cottbus zum damaligen "Grand Prix" von der internationalen Laufbahn verabschiedet stand der Deutsche Vize-Mehrkampfmeister von 1992 seit 1991 und noch bis 2003 im Bundesliga-Team des TK Hannover, mit dem er 1997 auch den Deutschen Mannschaftsmeistertitel gewann.

Der Vater einer 28-jährigen Tochter und eines 23-jährigen Sohnes war danach lange Zeit noch mit Showauftritten in sensationeller sportlicher Form und mit Partner Alfred Lefebre in attraktiven Programmen zugange...!
Natürlich nimmt der VW-Angestellte, der dort im kommenden Januar (2018) sein 25-jähriges Dienstjubiläum begeht und der seit 2 Jahren auch Opa ist, noch immer Anteil an seiner zweiten sportlichen Heimat, dem TK Hannover. Gemeinsam mit seinem langjährigen Trainer Reinhard Rückriem, mit dem er einst aus Potsdam nach Hannover gewechselt war, betreut er noch 3 Mal in der Woche die Riege der 12- 14-jährigen niedersächischen Talente im Olympiastützpunkt, "... weil es für die Struktur eines starken Turnzentrums und für das deutsche Turnen lebenswichtig ist, einen eigenen, starken Nachwuchs zu fördern und zu entwickeln!"
- E. Herholz, gymmedia