05. September 2019  
Stuttgart, GER  
Gerätturnen

Valeri Belenki vollendete ein überaus erfolgreiches halbes Jahrhundert

Stuttgarts Erfolgstrainer Valeri BELENKI, der am heutigen 5. September 2019 seinen 50. Geburtstag begeht, ist eine der herausragenden Persönlichkeiten des Weltturnens. Die sportliche Karriere des heutigen Stuttgarters und Marcel-Nguyen-Trainers spiegelt die für ihn keineswegs unproblematischen gesellschaftlichen Umbrüche wieder, vor denen er seine beispielhaften Welterfolge als einstiger Athlet wahrhaft erkämpfen musste:
Nach seinem ersten Auslandsstart 1988 beim DTB-Pokal in Stuttgart, stand der im aserbaidschanischen Baku (UdSSR) geborene Athlet ein Jahr später an der selben Stelle in der WM-Goldriege der Sowjetunion, wurde 1990 für die UdSSR 4-facher Weltcupsieger in Brüssel und verteidigte 1991 im Hoosher Dome zu Indianapolis (USA) noch einmal Teamgold für die letzte Sowjetriege der Geschichte und wurde dort deren letzter Pauschenpferd-Weltmeister.
Ein Jahr später stand er im goldenen Olympia-Team der sogenannten "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten" (GUS), dem Nachfolge-Konstrukt der sich in die Geschichte verabschiedenden großen Turnnation Sowjetunion und wird noch heute in seiner früheren Heimat als erster Aserbaidschanischer Olympiasieger vereehrt. Und danach wurde für den damals bereits hochdekorierten 23-jährigen Weltklasseathleten alles anders ...

Der Pferdkünstler

Wenn schon nicht Sydney, dann wenigstens noch einmal die WM in Gent (2001).
Es sollte seine Elfte sein. Er schaffte es - und ... verletzte sich einen Tag vor seinem Einsatz. Diesmal an der linken Schulter. Dann war aber endgültig Schluss.
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Dem sportlichen Karriereende folgte für den Sportlehrer die Anstellung als Landestrainer beim Schwäbischen Turnerbund.
Seit 2002 arbeitet Belenki im Schwäbischen Kunst-Turn-Forum. Anfängliche Umstellungsschwierigkeiten verhehlt er nicht. „Es hat zwei Jahre gedauert, um als Trainer Fuß zu fassen", sagt er, „ich habe erst kleinen Kindern das Turnen beigebracht."
Dann arbeitete er sich langsam nach oben. Als seinen Durchbruch bezeichnet er selbst die ersten Titel von Sebastian Krimmer als Deutscher Jugendmeister im Mehrkampf und Pauschenpferd 2006, den er später bis zu einem der wertvollen Nationalmannschaftsturner entwickelte.
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Zahlreiche Ehrungen würdigen die außergewöhnlichen sportlichen und beruflichen Leistungen, besonders aber auch seine sympathischen, menschlichen Qualitäten:
* 1998 - war Valeri  1998 "Sportler des Jahres" in Stuttgart und "Turner des Jahres" in Deutschland.
* 2007 - Neben Gymnastin Magdalena Brzeska und Ex-Reck-Weltmeister Eberhard Gienger war er einer von drei Botschaftern der Turn-WM 2007 in Stuttgart.
* 2013 - Aufnahme in die "Jewish Sports Hall of Fame"
* 2015 - Aufnahme in die "International Gymnastics Hall of Fame"
           - Verdienstorden des Landes Baden-Würtemberg

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Der sympathische und stets zu einem Scherz aufgelegte Belenki betreut als Trainer am Kunst-Turn-Forum Stuttgart nicht nur die Turnelite und Turn-Eleven, sondern wird auch wegen seiner vielen und fairen Beziehungen zur internationalen Kunstturnszene geschätzt und ist - nicht nur wegen seiner Betreuung des zweimaligen olympischen Silbermedaillengewinners Marcel Nguyen - aus den Vorbereitungsprozessen des TurnTeams Deutschland an der Seite von Bundestrainer Andreas Hirsch nicht weg zudenken.
<< Mit seinem Schützling - der schon 2 x mit Edelmetall dekoriert ist - will er noch einmal zu olympischen Spielen.
 

Imposante Belenki'ische Halb-Jahrhunderts-Runde im WM-Trainingscamp Kienbaum. Der Jubilar in der Mitte (hinten) mit Sohn Alexander auf seinen Schultern.
>> Klick for big, (c) Foto: dtb/willam

Derzeit hält er sich im WM-Vorbereitungslager des TurnTeams Deutschland in Kienbaum auf und wurdegestern aus Anlass seines 50. Geburtstages von Bundestrainer Andreas Hirsch überrascht: Der hatte nämlich sowohl seine Gattin Jewgenia als auch seinen 7-jährigen Sohn Alexander ebenfalls nach Kienbaum eingeladen, so dass die Familie diesen, seinen Ehrentag gemeinsam und im Kreise seiner vielen Turnfreunde, würdig begehen konnte. Wir gratulieren natürlich auch!
(c) gymmedia / Eckhard Herholz