Das Urgestein der TSG und Tübinger Turnvater Hans KLETT ist nun kurz vor seinem 92 Geburtstag in seiner Heimatstadt gestorben.
Schon als junger Mann gehörte er 1948 zu jenen, die den Neuaufbau der TSG bewerkstelligten. Bei und mit „seiner“ TSG, verbrachte er den Großteil seines ganzen Sportler-Leben verbracht hat. Als aktiver Turner, als Trainer und Abteilungsleiter, viele Jahre auch als Kampfrichter. In den neunzuger Jahren betreute er die spätere Nationalmannschaftsturnerin Kim Bui, die später ins KunstTurnForum Stuttgart wechselte.
Zum 80. Geburtstag ihres Ehrenmitglieds (2014) hatte die TSG ein Pokalturnier nach Hans Klett benannt.
Journalistenkollege Hansjörg Lösel schrieb im regionalen Tübinger Tageblatt über ihn:
„Er war ein Tübinger Urgestein und ein Kämpfer bis zuletzt“, sagt Kurt Nowak, einer seiner jahrzehntelangen Weggefährte bei der TSG.
„Als ich 1968 zum ersten Mal in die Hepperhalle kam, hat er mich sofort herzlich empfangen“, erinnert sich Nowak. Noch bis kurz vor seinem Tod sei Klett jeden Montagabend zur Turnstunde in die Silcherhalle gekommen, machte seine Dehn-Übungen. Der Turner war auch begeisterter Schwimmer: Jeden Morgen gehörte Hans Klett zu den Ersten beim Schwimmbad, die auf Einlass warteten. „Er war immer verlässlich, immer pünktlich“, sagt Nowak, „wenn er etwas ausgemacht hat, dann hat das gegolten“.
Der Sport, die Arbeit und die Familie: Diese drei Säulen waren das Fundament für Hans Klett, der sich auch in der Kreishandwerkerschaft engagierte. Die Glaserwerkstatt in der Ammergasse übernahm er von seinem Vater, führte sie in sechster (!) Generation. Als er den Betrieb Anfang des Jahrtausends aufgab, baute er ein kleines Museum auf zur Geschichte des Glaser-Handwerks.
Auch seine Frau Doris lernte Hans Klett in der Halle kennen, ebenso waren auch seine vier Töchter sportlich aktiv – und erfolgreich. Ellen Klett gewann im Jahnkampf eine Deutsche Meisterschaft, eine Enkelin ist derzeit im Landeskader. Ganz genau verfolgte Hans Klett auch den Werdegang anderer TSG-Turnerinnen wie Marie-Sophie Hindermann oder Kim Bui.
* Mit freundlicher Genehmigung
Tübinger Tageblatt / Hansjörg Leisl