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Gerhard Kaminski (Berlin) ist verstorben! |
Erst vor gut drei Jahren feierte Gerhard KAMINSKI, in einer Seniorenresidenz bei Berlin, noch seinen 90. Geburtstag - heute nun ist der langjährige Trainer und Cheftrainer des weltbekannten Berliner Spitzenturnklubs SC Dynamo Berlin (1955 - 2012!) im Alter von 93 Jahren verstorben. An wesentlicher Stelle des deutschen und internationalen Kunst- und Gerätturnens hatte er den damals neugegründeten SC Dynamo in über zwei Jahrzehnten zum weltweit erfolgreichsten Turnklub der Welt entwickelt, dessen Turnerinnen und Turner, wie Berlins erste Turn-Olympiasiegerin Karin Janz, Annelore Zinke oder Angelika Hellmann, wie die Olympiasieger Maxi Gnauck und die alle unter seiner Leitung speziell im Männerbereich durch Roland Brückner, die Nikolay-Zwillinge Michael und Jürgen, Holger Zeig, Andreas Hirsch und zuletzt Olympiasieger Andreas Wecker, Peter Nikiferow und Dmitri Nonin und viele andere unauslöschliche internationale Spuren in der nationalen und internationalen Turngeschichte hinterließen!. Als hochgeachteter internationaler Kampfrichter war Gerhard Kaminski auch eine der Koryphäen der "schwarzen Zunft" ...
Heiner Neumann (Potsdam; li), Nikolai Andrianow (URS) und Gerhard Kaminski (rechts)
bei den sogenannten 'Wettkämpfen der Freundschaft' - den olympischen 'Ersatzspielen 1984' im tschechischen Olomouc
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Kaminski und ein ehemaliger Schützling, der Deutsche Meister (DDR) am Pauschenpferd (1985/'86), Sten Köplin-Fritzsche, bei einem Traditionstreffen. |
Geboren 1933 im ostpreußischen Ostlake bei Olsztyn, zwölfjährig Flucht mit den Eltern nach Döbeln in Sachsen, 1951 bis 1955 Sportstudent an der DHfK in Leipzig. Bei den DDR-Meisterschaften 1953 belegte er als Aktiver im Zwölfkampf einen zehnten Platz. Seit dem 1. September 1955 arbeitete Gerhard Kaminski als Trainer im neugebildeten SC Dynamo Berlin. Die eigentliche Gründung fand bereits ein Jahr früher statt, und die erste Trainerin wurde Margarethe Stephan, erste bekannte Turnerin war Ruth Berger, die Kaminski später in erster Ehe heiratete. Tochter Kathrin war eine hoffnungsvolle Turnerin, die den Sprung in die Weltspitze jedoch nicht schaffte.
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Als international anerkannter Kampfrichter (- siehe Foto, oben) saß Gerhard Kaminski jahrzehntelang an den Turnpodien bei Olympischen Spielen (seit 1980), Welt- und Europameisterschaften und vielen, ungezählten Events des talentierten Nachwuchses, und nicht nur das: Seit er bereits 1969 die internationale Kampfrichterprüfung ("Brevet") abgelegt hatte und seit Anfang der siebziger Jahre bis zu den Weltmeisterschaften 1996 (Dortmund) im Einsatz war, hat er seine Spezialkenntnisse in zahlreichen internationalen Kampfrichterkursen im FIG-Auftrage als Lektor weitergegeben.
Gemeinsam mit solchen Strategen wie Rolf Bauch, Heiner Neumann (beide Potsdam), Eberhard Pollrich (Leipzig), der verstorbene Ex-Nationaltrainer Klaus Milbradt) oder auch auf der damaligen 'bundesdeutschen Gegenseite' mit Walther Freivogel und anderen - allesamt unter langjähriger Führung des deutschen FIG-TK-Chefs Karl-Heinz Zschocke - war Gerhard Kaminski wesentlich an der stetigen Weiterentwicklung der Wertungsbestimmungen ("Code de Pointage") beteiligt.
Und auch nach dieser internationalen Zeit agierte er umsichtig als Berliner Kampfrichter-Obmann bei Aus- und Weiterbildungen und bei vielen Kampfrichtereinsätzen im Hauptstadtbereich, wie sich Ludwig Forster vom TuS Lichterfelde an "seinen angenehmen Kollegen aus dem Berliner Osten" gern erinnert!
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Gerhard Kaminski, Manfred von Richthofen (1999) |
Bis zur politischen Wende und auch danach bestimmte er als Trainer und in den neunziger Jahren dann als Abteilungsleiter Turnen beim Dynamo-Nachfolgeverein, dem "SC Berlin", die Umstrukturierung mit. Unter anderem auch dafür wurde er von Manfred von Richthofen 1999 als "Ehrenamtlicher des Jahres" ausgezeichnet.
(<< Archivfoto: Berliner Turnzeitung)
Auch für diese, seine unermüdliche langjährige Expertenarbeit, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und 2001 aus den Händen des damaligen Berliner Bürgermeisters Klaus Wowereit das Bundesverdienstkreuz ...
Doch erst 2012, an seinem 79. Geburtstag, verabschiedete sich Gerhard Kaminski von seiner "Arbeit am Mann", auch von seiner Jungenriege beim Berliner TuS Lichterfelde, wo er jahrelang nach seiner ambitionierten Spitzensportzeit beim SC Berlin noch mehrmals die Woche das Training geleitet hatte, wie man sich auch dort noch lebhaft und gern erinnert.

Gerhard KAMINSKI (2. von links) als Delegationsleiter 1974 in Nordkorea bei den sog.
"Jugendwettkämpfen der Freundschaft", als sich der DDR-Nachwuchs anschickte,
die Turnwelt zu erobern (- mit dabei stehend, Mitte: Andreas Hirsch und auch die berühmten
Nikolai-Zwillinge Michael und Jürgen) (C) gymmediaarchiv
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"Kammi" wie er leibte und lebte, bleibt allen unvergessen! |
In Erinnerung an den einstigen Trainerexperten Kaminski zollen ihm bis heute noch seine einstigen Schützlinge und späteren Trainerkollegen wie Deutschlands Ex-Cheftrainer Andreas Hirsch, der Trainer von Olympiasieger Andreas Wecker Lutz Landgraf, wie auch Bundestrainer Jens Milbadt, der auch einige Jahre beim SC Berlin trainierte, Respekt und ihre große Hochachtung für einen Mann, der trotz des Leistungsstrebens nie seine Menschlichkeit und Kollegialität verloren hatte...!
Seine insgesamt fünf Kinder aus erster Ehe und zweiter Ehe haben er und seine Frau Christa (die vor fünf Jahren leider verstarb), gemeinsam großgezogen.
Die Letztgeborene, Kathrin, war z. B. auch eine herausragende Berliner Turnerin Anfang der achtziger Jahre. Als Spartakiadesiegerin startete sie bei den Jugendwettkämpfen der Freundschaft und gehörte als zweitbeste Turnerin - hinter Steffi Kräker - damals auch zum DDR-WM-Kader 1981, doch als es am Morgen per Flug nach Moskau gehen sollte, musste sie sich nach Fußverletzung in letzter Minute vom Team abmelden ...!
Kaum ein Turn-Wettkampf, den "Kammi" auch in seinem "Unruhestand" später verpasste. Seinem Verein bleibt der SC Berlin, bei dem er bis zuletzt noch der "Ehrenvorsitzender" war. Wenn möglich, verpasste er bis vor Kurzem keine der "International Junior Team-Cup-Veranstaltungen", so wie hier vor einigen Jahren in der Weißenseer Sporthalle ...

... 2009, mit seinem Nachfolger im Cheftraineramt Siegfried Wüstemann (li.) und dem damaligen Berliner Turnpräsidenten Peter Hanisch (re.)
(C) gymmedia
Zuletzt lebte Gerhard Kaminski in einer Seniorenresidenz in der Nähe Berlins und bekam oft auch noch Besuche seiner engsten und langjährigen Freunde aus seinem langen und erfolgreichen Berufsleben, die ihn alle jetzt sehr vermissen werden..
(C) gymmedia / Eckhard Herholz
Siehe auch unter ►► IN STLLEM GEDENKEN