02. Januar 2020  
Bend/Oregon, USA  
Gerätturnen

Turn-Olympiasieger Andreas Wecker wird heute 50 Jahre alt

Seit über einem Jahrzehnt befindet sich der erste deutsche Turn-Olympiasieger des wiedervereinten Deutschlands, Andreas WECKER - der heute seinen 50. Geburtstag begeht - in einem völlig anderen Leben. Bei seinen dritten Olympischen Spielen holte er 1996 in Atlanta olympische Reckgold, nachdem er bereits fast ein Jahrzehnt lang in der Weltspitze für Furore gesorgt hatte: Schon mit 18 Jahren gewann er mit der letzten DDR-Riege in Seoul Mannschaftssilber, verstürzte eine olympische Bronzemedaille am Reck. Zur WM in Stuttgart 1989 unterlag er nach offensichtlicher Wertungsmanipulation an den Ringen seinem bundesdeutschen Kontrahenten und späteren Freund Andreas Aguilar und wurde Vize-Weltmeister an den Ringen. Zu Hause in der gerade untergehenden "Noch-DDR" besaß er jedoch unglaubliche Sympathiewerte und wurde in der Jugendzeitung "Junge Welt" in einer Leserwertung als letzter "DDR-Sportler des Jahres" geadelt.

Nach dem Jahrtausendwechsel folgten Jahre der individuellen Suche nach dem Lebenssinn ... auch mit dem Deutschen Turner-Bund gelang ihm bis Mitte des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrtausend, bei bester Absicht, keine Einigung, als er z. B.mit seinem Konzept scheiterte, die Nachwuchsentwicklung des modernen Kunstturnens im Lande zu beleben.
(* siehe auch: Wecker auf der Suche:
    Verwirrende Schlagzeilen der Jahre 2005/06)

Die Interpretation all' seiner zahlreichen Irrungen und Wirrungen sollte man am besten ihm nun selbst überlassen, denn ...:
.
Nachdem Andreas Wecker 2007 Deutschland verlassen und seither auch nicht wieder besucht hat, gesundheitliche Probleme erfolgreich überwand, hat er nun nicht nur im US-Staat Oregon eine neue Heimat gefunden, sondern sich auch ein neues Leben aufgebaut: Erfolgreich vermarktet er dort mit patent-geschützter Technik ("Andreas Seed Oils") die Produktion gesunder Naturprodukte. Trotz Trennung von seiner letzten Lebenspartnerin Antje, mit der er Deutschland einst in Richtung USA verlassen hatte um ein neues Leben aufzubauen, scheinen nun etwas Ruhe und Zufriedenheit das Leben des Andreas Wecker auszumachen.
.
In die deutsche und internationale Turngeschichte hat sich dieser Ausnahmeathlet jedenfalls bleibend als ein begnadeter und erfolgreicher Bewegungskünstler eingebracht.
Wenn er zwischenzeitlich dies auch selbst vor sich temporär in Frage gestellt hatte - dies sieht der heute erfolgreiche Geschäftsmann wohl wieder ebenso:
Nach Fabian Hambüchens Reck-Olympiasieg 2016 in Rio war Andreas Wecker jedenfalls der Erste, der minutenschnell über GYMmedia seinem Nachfolger zu olympischem Reck-Gold gratulierte!
Er soll nun sogar, zur Stabilisierung von individueller Gesundheit, Leistungsfähigkeit und persönlicher Lebensfreude wieder selbst in der Turnschule einer Ex-US-Nationalturnerin an die Geräte gehen! Gut so - wir wünschen ihm auch dabei das Beste!
(C) gymmedia / Eckhard Herholz