02. September 2015  
Frankfurt / Main  
Gerätturnen

Willi Jaschek zum 75. Geburtstag

"Auch Helden werden älter!"
<< Willi JASCHEK, der bei den Olympischen Spielen von Mexiko-City 1968 zu zeitloser Berühmtheit kam und als "Held von Mexiko" in die Sportgeschichtsbücher einging, und eine der herausragenden Persönlichkeiten der deutschen und internationalen Turngeschichte ist,  feiert heute seinen 75. Geburtstag.
Vor 47 Jahren zeigte er nach Achillessehnenriß am ersten Gerät Boden einen derartigen, kämpferischen Einsatz - turnte trotz Handicaps, außer Sprung, alles mit Einbein-Landungen durch - und wurde vom damaligen Trainer Eduard Friedrich zuletzt nach Doppelsalto-Reckabgang schützend aufgefangen ...

Willi Jaschek (2. von re.) beim Traditionstreffen deutscher Auswahlturner 2009 in Freyburg, im Gespräch mit Peter Weber, Günter Lyhs (re.), Phillip Fürst und Günther Jacoby

Doch vor einigen Jahren bahnten sich nach Entlassung des hauptamtlichen Trainers Julian Olariu dort Probleme an. Aber so einer, wie Willi Jaschek ließ sich jedoch nicht entmutigen: Wenn die  kunstturnerische Tradition dort nicht fortgesetzt wird, wo seine Wurzeln liegen, plante er eben mit seinen Mitstreitern die Gründung eines neuen Vereins.
So einer, wie der Willi, gibt eben nicht auf!
Seit dem Streit 2010 wegen der Traineranstellung wechselte Jaschek schließlich zur Eintracht Frankfurt. Dort kämpft man zwar nach dem Abstieg in die 3,. Liga wieder um den Aufstieg, mit dem Status des Kunstturnenens aber, in diesem eher fußball-orientiertem Verein, ist Willi Jaschek keineswegs zufrieden, und müht sich dort um die Verbesserung der finanziellen Situation des 4.000-Mitgliedervereins. Wer den Ex-Nationalturner kennt, weiß, der hatte immer Visionen, heute von einem modernen Leistungszentrum, das den Anforderungen des Kunstturnens nach internationalem Maße gerecht würde. Früher, ja früher, da war die Eintracht auch im Kunstturnen mal ein Spitzenverein...
Über eine Rückkehr zu seinem ehemaligen Stammverein TSV Heusenstamm hat er auch schon nachgedacht, seit seiner Abkehr 2010 nach 54 Jahren Mitgliedschaft. Ein Thema ist es allerdings aktuell nicht.
Mehr Sorgen macht sich der Gerätefachwart des Hessischen Turnverband um den wahrscheinlichen Absturz des deutschen Turnens auf internationaler Ebene, wenn nach Rio de Janeiro 2016 die Leistungsgeneration eines  Fabian Hambüchens ausläuft : "Um dieses Loch zu schließen, benötigt der DTB größere finanzielle Unterstützung von der Politik und der Wirtschaft, um endlich Top-Athleten, Landes- und Verbands-Trainer besser zu bezahlen sowie die Trainerausbildung zu verbessern“.
Aber auch einer, der's genau weiß, wirkt leider nur wie ein Rufer in der Wüste ...!
* GYMmedia INTERNATIONAL
  - ehe -